Da ruft ein Unternehmer an und fragt, ob ich ihm ein Hinweisblatt für seine Arbeiter erstellen kann. Daraus soll hervorgehen, welche Ansprüche sie auf Wohngeld und Hartz 4 haben. Wie edel und fürsorglich, könnte man denken und sich fragen, ob man so einem Unternehmer überhaupt Geld für seine Wohltaten abnehmen kann. Der Anwalt ist aber ein chronischer Zweifler und fragt: “Sie wollen also Ihren Arbeitern so einen Zettel in die Hand drücken, wenn die zu Ihnen kommen und sagen, dass man von dem was Sie zahlen nicht leben kann?”
Genau das wollte er. Auf den Hinweis, dass sich der Gesetzgeber das aber so nicht vorgestellt hat und er seine Leute auch richtig bezahlen könne, erwiderte er, dass ein Konkurrent auch mit so einem Zettel arbeite und ihm doch nichts passieren könne, wenn er 2/3 des Tarfis zahle. Na dann …
Ich befürchte, dass er einen Anwalt finden wird, der so einen Zettel erstellt, obwohl das seriös gar nicht geht, da die Ansprüche vom individuellen Einzelfall abhängen. Erfahrungsgemäß wird er diesen Anwalt auch nicht anständig bezahlen.
Tags: Dumpinglohn, Hartz 4, Unternehmer, Wohngeld
Das ist politisch so gewollt. Letztendlich soll der Unternehmer von Lohnkosten freigestellt werden, die man dann auf die Allgemeinheit umschlägt. Zielvorstellung dürfte sein, dass sich die breite Bevölkerung (ohne es zu merken) selbst bezahlt, bis alle Gewinne abgeschöpft und transferiert wurden. Danach gibt es ein Exit-Szenario a la Arcandor.
Der feuchte Traum von INSM, Bertelsmann, McKinsey & Komplizen geht in Erfüllung.
Stimmt. Am liebsten würden die 100% Steuern einziehen und dann Essensmarken/Wohngutscheine verteilen; schließlich muß jemand der viel Arbeitet auch nicht mehr essen als jemand der nix tut. Wer das für Polemik hält, sei an Müntes Worte erinnert: “der Bürger soll weniger für den privaten Verbrauch verwenden und dafür mehr dem Staat geben…”
Um genervten Arbeitgebern das schlechte Gewissen zu ersparen und die Zweifel, ihre Arbeitnehmer eventuell besser zu bezahlen, wurde einst ELENA erfunden.
Die Begründung, dass ELENA angeblich die mit Hartz4 vebundene Bürokratie entschärfen und davon besonders Großbetriebe erleichtern würde, zeigt indirekt das wahre Ausmaß der Unterbezahlung.